Berichte

Trainingsausfahrt Bassano del Grappa 2017

„Bassano geht immer“ lautet ein bekannter Slogan innerhalb der Gleitschirmszene - und das zu Recht! Denn die günstige Lage des Fluggebietes am Südalpenrand (nördlich von Venedig) bietet fast ganzjährig verlässlich gute Flugbedingungen. Vor allem in den Frühjahrsmonaten und zum Jahresende hin trifft sich hier die Szene, um den meist schlechten Flugbedingungen der Alpennordseite zu entfliehen. Selbst der Legendäre „Flug des Ikarus“ von Gleitschirm- und Drachenfluglegende Toni Bender endete hier. Toni hatte im Jahr 1999 nur zu Fuß und mit einem Gleitschirm ausgerüstet die Alpen überquert und sein Abenteuer durch ein Kamerateam dokumentieren lassen. Eine Einkehr in der Pizzeria „Antica Abbazia“ (Liebevoll auch Bendertempel genannt) in welcher Toni seine Finale Portion Spaghetti schnabuliert, gehörte auch in diesem Jahr wieder zum Pflichtprogramm unserer Gruppe und besitzt schon beinahe ein wenig nostalgischen Wert.
„Da Beppi“, „Casette“, „Antenne“, „Stella“ und „Panettone“ sind nur einige Namen der Startplätze, welche sich an der südlich in Richtung der Bucht von Venedig ausgerichteten Bergflanke aneinander reihen und an welchen es bei gutem Flugwetter auch schon einmal recht voll werden kann. Bassano, das auch Rad- und Rallye Freunden ein Begriff sein dürfte, bietet dem passionierten Flieger eine perfekte Infrastruktur. Die Startplätze sind alle per PKW zu erreichen und wer einmal den Funkkontakt zur Gruppe verliert, ungewollt und viel zu früh wieder den italienischen Boden berührt, der muss meist nicht lange warten, bis sich eine Mitfahrgelegenheit bei einem Gleichgesinnten oder einem der zahlreichen Shuttle-Services bietet. Bassano ist schon vor vielen Jahren zu einem festen Ausflugsziel unserer Sparte geworden und bietet sowohl dem ambitionierten Streckenpiloten als auch dem Fluganfänger beste Flugvoraussetzungen. So wird das Fluggebiet zum Beispiel auch von Flugschulen für die Höhenflugausbildung genutzt, welche Teil der Flugausbildung ist. Aber Achtung! Auch hier kann es bei entsprechendem Wind oder zur thermikstarken Tageszeit ganz schön turbulent zugehen. So mancher Fliegerkollege musste schon Aufgrund einer spontan eintretenden Seekrankheit frühzeitig zum Landen gehen. Früher als gewollt einlanden zu müssen, gehört sicherlich nicht zu den schönsten Momenten in unserem Sport. Doch selbst dieses Übel wird in Bassano, durch den sich direkt am Landeplatz befindlichen Biergarten des Hotels Garden Relais, zumindest teilweise etwas gemildert. Hier lässt es sich wunderbar Chillen, Fachsimpeln und bei einem Landebier den Fliegerkollegen beim Einlanden zusehen, bis sich die ganze Truppe wieder zum gemeinsamen Abendessen trifft.
Zu den Highlights innerhalb des Fluggebietes gehört sicherlich auch der frühe Morgenflug vom höchsten Startplatz der Region, dem „Panettone“. Auf 1558 m NN gelegen erlaubt dieser Startplatz bereits kurz nach Sonnenaufgang einen entspannten Gleitflug von über 10 km bis direkt vor das Frühstücksbuffet unseres Hotels. Die oft sehr feuchte Luft der Po-Ebene zeichnet dabei die schönsten Wolkenbilder und Rottöne in den leuchtenden Morgenhimmel und der Flug am frühen Morgen ist aufgrund der völlig turbulenzfreien Luft ein ganz besonderer Genuss. Insgesamt war die Flugausbeute in diesem Jahr mehr als zufriedenstellend. Einige von uns konnten sich über mehrere Stunden in der Luft halten und den Ausblick auf die italienische Po-Ebene genießen. Persönliche Flugzeitrekorde unserer Rookies zeichneten diesen ein Dauergrinsen ins Gesicht und die maximal erreichbare Flugzeit wurde bei dem einen oder anderen nicht durch Wind, Wetter oder einschlafende Thermik, sondern vielmehr durch die Aufnahmekapazität gewisser körpereigener Flüssigkeitsspeicher oder Frostbeulen an Fingern und Zehen begrenzt.


Outdoor Wochende im Allgäu 2017

Die Ausschreibung klang verlockend und interessant.
Eine Ausfahrt, drei SG Stern Standorte, viele Sparten mit noch mehr Freizeitangeboten.
Alles gebündelt in einem Stützpunkt am Grüntensee im Allgäu als Ausgangspunkt.
Da gab es für die Sparte Gleitschirm keine offenen Fragen mehr,
sondern nur die Aussage „wo muss ich unterschreiben?“.
In kurzer Zeit meldeten Sich dann auch viele Interessenten innerhalb der Sparte für die Aktion an.
Leider wurden wir bis zum Beginn der Ausfahrt krankheitsbedingt etwas ausgedünnt.
Letztlich traten wir aber am 08.09.17 die Reise ins Allgäu an.
Und wir wurden freundlich und mit bestem Wetter begrüßt. Das schöne Wetter veranlasste uns auch gleich zum Fliegen zu gehen und erst am späten Nachmittag auf dem Campingplatz einzuchecken.
Also hieß es schnellstens an die Tegelbergbahn und rauf auf den Berg. Der Tegelberg liegt direkt neben den Märchenschlössern des Königs Ludwig II. von Bayern. Oben angekommen verschafften wir uns einen Überblick über die Landschaft, Örtlichkeiten und Flugbedingungen. Nach einigen Minuten und Gesprächen mit den Ortsansässigen Piloten war klar, es ist fliegbar!
Wenn auch nicht großartig hoch oder allzu lange gehen sollte. Die nahende Front warf schon ihre Schatten oder besser ihre Zirren voraus. Zirren sind Eiswolken die Vorboten einer Warmfront und in den meisten Fällen einhergehend mit einer Wetterverschlechterung. So hieß es für uns schnell fertig machen und sich Tegeltypisch in die Warteschlage am Startplatz zu stellen. Die Windrichtung war auch wegen der Warmfront sehr wechselhaft und von allen Seiten.
Nach dem geglückten Start ging es auf die Suche nach Thermik. Wenn auch schwach, so war sie doch tragfähig um sich zu halten und die verlorene Höhe wieder aufdrehen zu können.
Mit der notwendigen Höhe ging es dann los an der Felskante des Tegelbergs entlang zum Alpsee um ein paar atemberaubende schöne Runden über dem Schloss Neuschwanstein zu drehen. Denn das Schloss Neuschwanstein ist nicht nur von unten ein echtes Märchenschloss. Nach der Landung freuten wir uns diebisch über den tollen Flug vor solch malerischer Kulisse.
Bis wir die Ausrüstung zusammengepackt hatten, war der Tag und das Wetter soweit fortgeschritten, dass es uns unattraktiv erschien noch eine Bergfahrt und einen uns sicheren Abgleiter zu absolvieren.
Wir entschlossen uns diesen Tag nach dem tollen Flug in einer wunderschönen, heimatlichen Wirtsschänke ausklingen zu lassen.
Am Samstag ging dann die Regenfront durch und wir gingen in den Schlechtwettermodus über.
Soll heißen wir fuhren nach Immenstadt, besuchten die Standseil-Wasserskianlage am Inselsee, besichtigten Oberstdorf und wanderten letztlich von Schwangau über die Marienbrücke zum Schloss Neuschwanstein. Auf der Marienbrücke hat man einen sehr schönen Panoramablick auf die Rückseite des Schlosses und die Pöllatschlucht über die die Brücke führt.
Sonntags zeigte sich das Wetter ebenfalls passabel aber leider unfliegbar.
Daher beschlossen wir nach dem auschecken eine Führung im Schloss Hohenschwangau zu machen –die Kinderstube des jungen Königs Ludwig II. und anschließend die Heimreise anzutreten.
Auch wenn es leider nicht öfter zum Fliegen ging, erfüllte die Ausfahrt mit Ihren Naturaktivitäten doch vollständig ihr Versprechen als Outdoorevent.
Es ist wie so oft eine Einstellungssache, wie man mit unveränderlichen Gegebenheiten wie dem Wetter umgeht.
Es stimmt, das Wetter war wechselhaft, aber die Aktionen schön und der Campingplatz gepflegt.
Für die Teilnehmer stand am Ende fest, nächstes Jahr gerne wieder!


Dune du Pilat 2017

Der Name Dune du Pilat oder auch Grande Dune du Pilat ist jedem ambitionierten Gleitschirmpiloten ein Begriff und jeder Flieger kennt die Bilder auf denen sich die Silhouetten knorriger Pinienbäume so wunderbar gegen die untergehende, französische Abendsonne abzeichnen. Die Düne liegt an der französischen Atlantikküste etwas südlich von Bordeaux und ist mit einer Höhe von 110 Metern und einer Gesamtfläche von 135 Hektar die größte Sanddüne Europas. Einfach beeindruckend wie sich der Riese aus dem Atlantik erhebt, um sich im Landesinneren in endlos scheinenden Pinienwäldern zu verlieren.

 
Die außergewöhnliche Landschaft und Schönheit dieses Ortes war für die Piloten unserer Gruppe zunächst natürlich nebensächlich, als wir am 12.08.17 nach 14 stündiger Autofahrt unser Lager auf einem der Campingplätze in dem Pinienwald hinter der Düne aufschlugen. Zuvor nochmal schnell in den Supermarkt gerast um den Proviant für die kommenden Tage zu besorgen, Gleitschirmausrüstung auf den Rücken gepackt und dann direkt los zum Strand, welcher nur wenige Gehminuten von unseren Mobilehomes entfernt gelegen war.


Schwer zu beschreiben, welche Glücksmomente man erlebt, wenn man nach Stunden über Stunden auf der Autobahn nun endlich barfuss den Sand betritt, bei laminarem Vorwind den Schirm langsam über sich zentriert, ein, zwei Schritte dem offenen Atlantik entgegen geht, um im nächsten Moment in Richtung untergehender französischer Abendsonne zu gleiten. Einfach nur atemberaubend!


Gleitschirmfliegen, das bedeutet möglichst lange, hoch und weit zu fliegen. Diesen Satz werden viele Piloten so unterschreiben, doch das Fliegen an der Düne hat einen ganz besonderen und eigenen Reiz. Hier stehen nicht die geflogenen Streckenkilometer oder die maximale Flughöhe im Vordergrund, sondern vielmehr das Spielen mit dem Schirm im Wind und das Verbessern der eigenen Flug- und Groundhandling-Technik (so nennen wir Flieger das Kontrollieren des Schirmes am Boden). Vor allem für frisch gebackene Fluglizenzinhaber ist ein Ausflug wie dieser lohnenswert und es ist verblüffend, welche Fortschritte in Sachen Schirmbeherrschung sich hier in kürzester Zeit erzielen lassen. Hierfür ist nicht zuletzt der laminare Seewind verantwortlich, welcher nahezu turbulenzfrei an die Düne heranströmt und dadurch einen konstanten Hangaufwind erzeugt, in dem es sich stundenlang fliegen lässt.


Insgesamt war die Flugausbeute mit 6 fliegbaren Tagen innerhalb einer Woche überdurchschnittlich gut. Entsprechend viel Fliegerlatein wurde angesammelt, über welches abends beim gemeinsamen Kochen, Essen und einem landestypischen Aperitif namens Heineken philosophiert werden konnte.


Erste Hilfe Kurs 2017

Wie in allen Sportarten, kann es auch beim Gleitschirmfliegen zu Sportverletzungen kommen.
Um deren Erstversorgung bestmöglich meistern zu können, plante die Sparte seit langem einen Kurs zur Erstversorgung gleitschirmspezifischer Sportverletzungen.
Nach einiger Suche fanden wir im DRK Ortsverein Steinweiler den perfekten Partner für diese Aufgabe. In Zusammenarbeit mit dem DRK Steinweiler wurden vorab Ausbildungsinhalte besprochen und ein Check unserer Erste Hilfe Ausrüstung durch das DRK durchgeführt. Durch diesen Check konnte unsere Ausrüstung perfekt auf unsere Bedürfnisse nachgerüstet werden.
Am 28.04.17 trafen sich dann die Gleitschirmflieger der SG Stern zum Erste Hilfe Kurs im Vereinsheim des DRK in Steinweiler. Im Schulungsraum hatte das DRK unter Leitung von Markus Scherrer verschiedene Ausbildungsstationen ausgearbeitet und aufgebaut. Zu Beginn erläuterte Markus Scherrer den Ablauf der Schulung und stellte kurz den DRK Ortsverein und seinen Co-Ausbilder Markus Bollinger vor.
Des Weiteren gab es vor jeder praktischen Ausbildung den dazugehörigen Theorieteil als Vortrag.
Geschult wurden Inhalte von „Auffinden hilfsbedürftiger Personen“ über „Verbinden und Schienen von Brüchen“, „Kontrolle lebenswichtiger Körperfunktionen“ bis zu „Wiederbelebungsmaßnahmen“.
Auch die Funktionsweise eines „Defibrillators für Laien“ wie es sie in Kaufhäusern oder öffentlichen Gebäuden gibt, wurde geschult und geübt.
Alles in allem war es ein sehr lehrreicher Kurs der Altes aufgefrischt hat und um Neues ergänzte.
Wir bedanken uns an dieser Stelle recht herzlich bei den beiden Kursleitern Markus Scherrer und Markus Bollinger sowie dem DRK Steinweiler für die tolle und kompetente Schulung.